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Warum jede KI-Website gleich aussieht?

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autor: Helmut Lehner

Helmut Lehner ist Gründer und Inhaber von Web Burgenland (webu.at)






Warum jede KI-Website gleich aussieht, deine aber nicht


Warum jede KI-Website gleich aussieht. Und wie du da wieder rauskommst.

Kurzantwort

KI-Coding-Tools wie Lovable, v0 oder Claude Code haben einen Hausstil. Gleiche Schrift, gleiche abgerundete Kacheln, gleicher zarter Farbverlauf. Wer damit eine KI-Website baut, bekommt am Ende die Optik des Werkzeugs, nicht die eigene. Deine Website trägt dann eine fremde Uniform. Der Ausweg ist keine neue Software, sondern deine Firmen-DNA und dein eigenes Wording, in Text und Design.

Es gibt einen Look, den mittlerweile jeder kennt, auch wenn ihn niemand bestellt hat. Abgerundete Kacheln, ein sanfter Farbverlauf im Hintergrund, dieselbe serifenlose Schrift, eine zentrierte Überschrift, darunter zwei Knöpfe. Fertig ist die Website, die aussieht wie zehntausend andere.

Diese Websites kommen aus KI-Werkzeugen. Und die Werkzeuge sind gut. Wirklich gut. In Minuten steht etwas, wofür man früher Tage gebraucht hat. Das Problem ist nicht die Geschwindigkeit. Das Problem ist die Optik, die alle mitgeliefert bekommen.

Das Werkzeug hat einen Hausstil. Und der wird deiner.

Jedes dieser Tools bringt eine Design-Voreinstellung mit. Und man erkennt sie inzwischen auf den ersten Blick: dieselbe serifenlose Schrift wie überall, weich abgerundete Ecken, ein zarter Verlauf von Violett nach Blau, ein Raster aus gleich großen Kacheln mit sanftem Schatten, oben eine zentrierte Überschrift, darunter zwei Knöpfe. Das ist praktisch, weil sofort etwas Ordentliches entsteht. Und es ist ein Problem, weil dieses Ordentliche bei jedem gleich aussieht.

Stell dir eine Franchise-Kette vor. Überall dieselbe Einrichtung, dieselben Farben, dieselbe Theke. Genau das macht ein KI-Codetool mit deiner Website. Du bekommst nicht deinen Auftritt, du bekommst die Filiale des Werkzeugs. Der Betrieb wechselt, das Schaufenster bleibt gleich. Von außen ist nicht mehr zu erkennen, wer da eigentlich arbeitet.

Optische Gleichheit ist ein Geschäftsrisiko

Für ein Portfolio-Projekt ist der Einheitslook egal. Für einen Betrieb, der Kunden gewinnen will, ist er teuer. Ein Mensch entscheidet in Sekunden, ob eine Seite Vertrauen weckt. Sieht sie aus wie tausend andere, entsteht kein Gesicht, an das man sich erinnert. Kein Wiedererkennungswert, keine Bindung, kein Grund, ausgerechnet dich anzurufen.

Dazu kommt: Wenn dein Mitbewerber im selben Ort mit demselben Tool baut, seht ihr am Ende aus wie Zwillinge. Der einzige Unterschied ist dann der Preis. Und über den Preis willst du dich nicht unterscheiden. Worauf du bei der Wahl achtest, damit du kein Vorlagen-Zwilling wirst, steht in unserer Checkliste für die Anbieterwahl.

Nicht vergessen, wofür die Seite steht. Bei aller Technik bleibt deine Website das Nachschlagewerk deiner Firma, das Wikipedia deines Betriebs. Die eine Seite, auf der Mensch und Maschine ablesen, wer du bist. Ein Nachschlagewerk, das aussieht wie jedes andere, taugt wenig.

Gib der Seite deine DNA und dein Wording

Der Ausweg ist kein besseres Tool. Es ist das, was du hineingibst und was das Werkzeug nicht von allein liefert. Zwei Dinge tragen den Unterschied, in Text und in Optik:

  • Dein Wording. Nicht „Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen“, sondern der Satz, den du am Telefon wirklich sagst. Die Wörter, die deine Kunden von dir kennen. Sprache ist der schnellste Weg, aus einer Vorlage deine Seite zu machen.
  • Deine Optik. Eine Farbe, die aus deinem Betrieb kommt, nicht aus der Voreinstellung. Ein Detail, das bleibt. Echte Bilder von deiner Werkstatt, deinem Team, deiner Baustelle, statt Stockfotos von Menschen, die es nicht gibt.
  • Deine Struktur. Der Aufbau folgt den Fragen deiner Kunden, nicht dem Standard-Raster des Tools. Welche Frage stellt er zuerst, welche Sorge hält ihn ab, was muss er wissen, bevor er anfragt.

Das Werkzeug baut das Gerüst. Den Charakter bringst du. Vom ersten Wort bis zum letzten Pixel.

In eigener Sache

Auch das hier steht auf webu.at, und ja, ich baue Websites. Also offen: Ich arbeite mit denselben Werkzeugen. Ich bin nicht gegen KI, ich verdiene mit ihr mein Geld. Der Unterschied liegt in dem, was danach passiert. Das Tool liefert den Rohbau in Minuten. Die restlichen Tage gehen in dein Wording, deine Bilder, dein eigenes Design, damit die Seite nach deinem Betrieb aussieht und nicht nach der Software. Websites gibt es bei mir zum Kauf ab 1.490 Euro oder zur Miete inklusive Hosting und Wartung. Was du nicht bekommst, ist die Vorlage, die schon zehntausend andere haben.

Eine KI baut dir in zehn Minuten eine Website. Sie baut allen dieselbe. Dein Auftritt ist das Einzige, das keine Voreinstellung für dich erfindet. Also gib ihm deine Handschrift, in jedem Satz und in jedem Pixel.

Häufige Fragen

Warum sehen mit KI gebaute Websites so oft gleich aus?
Weil jedes KI-Codetool eine Design-Voreinstellung mitbringt: feste Schrift, Kacheln, Abstände, Verläufe. Wer nichts Eigenes ergänzt, übernimmt den Hausstil des Werkzeugs. Das Ergebnis ist sauber, aber austauschbar.
Sind KI-Baukästen für meine Firmenwebsite schlecht?
Nein. Sie sind schnell und technisch oft solide. Das Problem ist nicht das Werkzeug, sondern der Standard-Look. Die Software ist ein guter Startpunkt, kein fertiger Auftritt.
Woran erkenne ich, dass meine Website austauschbar ist?
An Stockfotos, Floskeln wie „maßgeschneiderte Lösungen“, einer Struktur, die zu jeder Branche passt, und einem Design ohne Wiedererkennungswert. Könntest du den Firmennamen austauschen und es fiele niemandem auf, ist sie austauschbar.
Wie gebe ich meiner Website eine eigene Handschrift?
Über dein Wording und deine Optik. Also die Sätze, die du wirklich sagst, echte Bilder aus deinem Betrieb, eine Farbe und ein Detail, die aus dir kommen, und eine Struktur nach den Fragen deiner Kunden. Das Tool liefert das Gerüst, den Rest bringst du oder dein Dienstleister ein.
Was heißt „meine Website ist das Wikipedia meiner Firma“?
Sie ist die eine Quelle, aus der Menschen und KI-Systeme ablesen, wer du bist und was du machst. Ist die Seite unklar oder austauschbar, bleibt auch dieses Bild unklar. Deshalb lohnt sich der eigene Auftritt doppelt.


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